Westerwald Mai 2016

Westerwald Mai 2016

Mit den Mantrailern Filderstadt im Westerwald

Beim Seminar, das bereits seit einigen Jahren jährlich stattfindet, geleitet von unserem Westerwald-Schwaben Lothar Barthel und fleißig unterstützt von unseren Trainern aus Filderstadt und der Malteser Rettungsstaffel Steinfurt wurde  Welschneudorf auch dieses Jahr wieder von 15 eifrigen Mantrailern und Helfern vom 25.5 bis 29.5 belagert.

Zehn Mensch-Hund-Gespanne aus Filderstadt, Emsdetten und der Schweiz, wollten sich im Seminar in den Themen

-          Geruchsverteilung und Thermik

sowie

-          Einsatztaktik im Malteser Hilfsdienst anhand eines 24h-Trails über Stock und Stein,“

 weiterbilden.

 

Unterstütz wurden die Trailer von engagierten Helfern, denen kein Weg zu lang und kein Versteck zu ungemütlich war.

Als Seminarneuling wusste ich nicht, was mein Hund und mich erwarten würde. Nach einer staureichen Anfahrt stand der Mittwochabend im Zeichen des gegenseitigen Beschnupperns. Richtig los ging es dann am Donnerstagmorgen, als wir uns nach Montabaur aufmachten. Eine Stadt mit vielen Steigungen  und engen,  winkeligen Gassen, die man auf den ersten Blick nicht einmal als solche erkennt. Das erste was wir lernten:

Steht in einer Hofeinfahrt eine Straßenlaterne, sollte man diese lieber noch einmal genauer checken,

es könnte sich dahinter eine weitere Gasse verstecken.

 

Das Wechselspiel der Geruchsverteilung und Thermik konnte sich in den vielen engen Gassen wunderbar praktisch erarbeiten lassen. Das sommerliche Wetter und die Besuchermassen, die der feiertäglichen Prozession folgten, taten ihr Übriges.

 

 


Lothar hatte einen Trail ausgeklügelt, der uns gleich am Anfang höchste Konzentration abverlangte. Der Startpunkt bildete eine Tiefgarage, aus deren kühler Luft die Hunde umgehend auf bereits heiße, offene, windige Plätze gelangen. Für den Hund und seinen Führer kam hier bereits die erste Schwierigkeit, nämlich der Spur weiter zu folgen. An schattigen und kühlen Orten, wie der Tiefgarage, fällte es dem Hund leichter der Spur zu folgen, da die Geruchsparikel bodennah verharren. Auf warmen Plätzen steigen die Partikel in die Höhe und werden vom Wind verschleppt. Dennoch schaffte es ein jedes Team, der Spur des Opfers zu folgen und die warmen Plätze nach oben in Richtung Innenstadt zu verlassen. Hier führte die Spur durch labyrinthartige,  im Halbschatten liegende Gässchen, durch die der Wind pfiff. Doch am Ende konnte jedes Team den Trail mit den Worten „Wir haben gefunden“ beenden.

 

Auch der zweite Trail am Nachmittag gestaltete sich ähnlich aufregend. Gestartet wurde in der Innenstadt und der Weg führte hinauf zum Schloss in ein offenes, windiges Parkhaus. Der Geruch des Opfers drang durch alle Ritzen und verteilte sich auf alle Parkebenen, sodass das komplette Parkhaus abgesucht werden musste. Während die Teams zu diesem Zeitpunkt ihrer Arbeit nachgingen, legte Lothar mit seinen Helfern den ersten 24h-Trail für den folgenden Freitag.

 

Am Freitag teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe erarbeitete auf dem 24h- Trail die „Einsatztaktik des Malteser Hilfsdienstes“ und kam als Gruppe ans Ziel. Mein Hund und ich arbeiteten mit Hilfe unserer Trainerinnen Rita und Jutta noch einmal besonders Kreuzungen aus und übten die „Opferdifferenzierung unter Ablenkung“. Hierbei gaben unsere Helfer wirklich alles. Schauspielreif versuchten sie auf die arbeitenden Hunde und ihre Führer einzuwirken und diese von ihrem Ziel fernzuhalten. Doch so sehr sie sich bemühten und den Hunden ein freudiges Schwanzwedeln entlockten, am Ende trailte ein jedes Team sich bis zu seinem Opfer durch.